Gran Canaria

Wer Gran Canaria lediglich auf den touristisch stark frequentierten Süden reduziert, tut der Insel nicht nur Unrecht, sondern verpasst das Schönste. Tatsächlich ist die mit 1560 km² drittgrößte Insel der Kanaren auch ein lohnendes Ziel für Wanderer und Naturliebhaber.

Am Strand von Playa del Inglés erscheint es zwar undenkbar, doch im Norden oder an der Westküste gibt es so manch verschwiegene Bucht, an die sich kein Mensch verirrt. Ob urwüchsige, unberührte Natur im Biosphärenreservat an der Westküste oder überschäumendes Partyleben bis in die frühen Morgenstunden – Gran Canaria bietet beides. Es kommt nur darauf an, welche Seite der Insel man entdecken möchte.

Die Bergwelt des Pico de las Nieves

Im Zentrum der Insel erhebt sich der Vulkankegel Pico de las Nieves mit seinen 1949 m. Seine Hänge werden von imposanten Canyons durchzogen. Dem Gebirgszug verdankt Gran Canaria sein zweigeteiltes Klima, welches der Insel den Beinamen „Minikontinent“ einbrachte. Direkt auf der Wetterscheide spazieren gehen lässt es sich auf dem vom Cruz de Tejeda ausgehenden Rundweg. Überhaupt ist die reizvolle Berglandschaft um den Pico de las Nieves mindestens einen Tagesausflug wert.

Auf gut ausgebauten Serpentinen geht es durch urwüchsige Natur und malerische kleine Dörfchen. Zwischen den verschiedenen Bergdörfern wurden die Caminos Reales (Königswege) in Stand gesetzt, sodass der Wanderung zum Roque Nublo (Wolkenfels) nichts mehr im Weg steht. Der Roque Nublo ist nicht nur Gran Canarias höchster Gipfel, sondern soll den Ureinwohnern als heilige Kultstätte gedient haben.

Lebhafter Süden für Sonnenhungrige und Strandurlauber

Im trockenen und sonnigen Süden, an der Costa Canaria, liegen San Agustín, Playa del Inglés und Maspalomas. Kilometerlange Strände, das berühmte Dünengebiet von Maspalomas und die allgegenwärtige Sonne versprechen einen perfekten Strandurlaub. Südwestlich zieht es die Reisenden an die Ferienorte der Costa Mogán.

Besonders das ehemalige Fischerdörfchen Puerto de Mogán hat sich dort zu einem beliebten Urlaubsort und Ausflugsziel gemausert. Mit seinen üppig bepflanzten, autofreien Gassen, dem modernen Yachthafen und seinen kleinen Brücken und Kanälen erinnert es an die italienische Lagunenstadt Venedig.

Ländlicher Norden für Genießer und Abenteurer

Der bergige Norden zeigt feuchtes, subtropisches Klima mit üppigen Kiefernwäldern, Obst- und Gemüseplantagen und Palmenhainen. Besonders eindrucksvoll erleben lässt sich das im schönsten Tal der Insel, dem Valle de Agaete. Hier gedeihen nicht nur Zitrusfrüchte, sondern sogar Kaffee. Faszinierend auch das Barranco de Guayadeque (Tal des fließenden Wassers).

Ausgehend von Agüimes erstreckt sich das Barranco gut 10 Kilometer ins Landesinnere und offenbart nicht nur eine phänomenale Naturkulisse, sondern auch von Menschen bewohnte Höhlen. Wer den Norden erkundet, wird auch immer wieder in einem malerischen Bergdorf landen. Dort sind besonders die kleinen Restaurants fernab der touristischen Gastronomie erlebenswert. Sie verzaubern mit urigem Charme und außergewöhnlichen Geschmackserlebnissen. Wie wäre es mit einer Portion queso de flor (Blumenkäse) oder bienmesabe, einer mit Berghonig gesüßten Mandelcreme? Dazu ein wenig des inseleigenen Weins und der Urlaubstag ist perfekt.


Weiter: La Gomera