Lanzarote

Nüchtern betrachtet ist Lanzarote mit etwas mehr als 800 km² die viertgrößte der Kanareninseln, die über den Charme einer Mondlandschaft verfügt. Grund hierfür sind mehrjährige Vulkanausbrüche, von denen Lanzarote im 18. Jahrundert erschüttert wurde. Die Vulkane ruhen, ihr Werk ist jedoch allgegenwärtig - und das nicht nur im Timanfaya-Nationalpark. Gut 300 Vulkankegel in den faszinierendsten Formationen und die bizarr geformten Lavamassen, mit denen sie knapp ein Drittel der Insel überzogen, prägen das Bild. Üppige Vegetation sucht man hier vergebens, nichts desto trotz ist gerade diese Kargheit ausgesprochen faszinierend. Der portugiesische Literaturnobelpreisträger José Saramago gerät auf jeden Fall ins Schwärmen, wenn er über das einzigartige, inseltypische Farbschauspiel spricht. Was Saramago meint, lässt sich am besten inmitten der Montañas del Fuego (Feuerberge) erleben. Sie gehören zum Parque Nacional de Timanfaya bei Mancha Blanca und sind das Inselhighlight. Durchqueren lässt sich der Nationalpark ganz bequem während einer halbstündigen Busrundfahrt. Abenteuerlustige können sich ab Yaiza auch per Dromedar durch die Vulkanfelder schaukeln lassen.

 

Inselimpressionen - Strand und mehr

Lanzarote hat jedoch nicht nur das Farbspektakel der Feuerberge zu bieten, sondern auch traumhafte, feinsandige Strände. Wassersportler und Sonnenliebhaber zieht es vor allem nach Playa Blanca, nach Puerto del Carmen, an die Farmara Strände oder an die Playa Papagayo. Letztere gehören zu den schönsten Stränden der Kanaren überhaupt. Nahezu unwirklich erscheint hingegen das „Tal der Tausend Palmen“ bei Haría. Sehenswert sind hier nicht nur die Palmen und die terrassierten Felder rund ums Dorf, sondern auch der ursprüngliche Dorfkern selbst. Spektakuläre Schönheit vulkanischen Ursprungs zeigt die Naturkulisse bei El Golfo. Hier umschließt der schwarzsandige Strand eine markante, smaragdgrüne Lagune, die sich inmitten eines versunkenen Vulkankraters gebildet hat. Nebenbei bemerkt servieren die rustikalen Restaurants bei El Golfo auch fangfrischen und sehr lecker zubereiteten Fisch. Wer Lust auf das ganz alltägliche und vom Tourismus unverfälschte Inselleben verspürt, sollte der Hauptstadt Arrecife einen Besuch abstatten.

 

Die Kunst im Auge des Betrachters

Kunst auf einer Vulkaninsel? Auf den ersten Blick präsentiert sich Lanzarote karg und öde, die kunstvollen Besonderheiten erschließen sich jedoch jedem, der sie sehen möchte. So gilt der hier perfektionierte Trockenfeldanbau als Kunstwerk – allen voran die in kleinen Kratern angesiedelten Weinstöcke bei La Geria. Das befanden 1964 die Verantwortlichen des berühmten Museum of Modern Art in New York. Die UNESCO erklärte 1993 kurzerhand sogar ganz Lanzarote zum Biosphärenreservat. Der größte Künstler der Insel, César Manrique, dürfte daran nicht ganz unschuldig sein. Sein größter Verdienst war unter anderem der, dass er Lanzarote vor Bausünden im Namen des Tourismus bewahrt hat. Auch sonst ist sein Schaffen eine äußerst gelungene Symbiose aus Kunst und Natur. Manriques Lavagrotte Jameos del Agua ist eine der herausragenden Sehenswürdigkeiten Lanzarotes. Gleiches gilt für seinen Kaktusgarten, den Jardín de Cactus in Gestalt eines Amphitheaters.

Weblinks und Informationen


Weiter: Teneriffa